Wie der Fußball nach Obersdorf- Rödgen kam....

Wie der Fußball nach Obersdorf/Rödgen kam ………

(eine wissenschaftliche Annäherung an die Geschichte der Obersdorfer Alte Herren, des weiteren „AH“ genannt)

1. Einleitung

Nach langen intensiven Recherchen steht es fest: Die Geschichte des Fußballs im Allgemeinen und die der Sportfreunde Obersdorf/Rödgen, im besonderen der Altherrenmannschaft,  muss neu geschrieben werden. Nach den neuesten Erkenntnissen spielt unser kleines Dorf eine viel wichtigere Rolle in der langen Geschichte des Fußballs als bisher angenommen.

Worauf gründet sich diese Erkenntnis, warum kann man heute mit Fug und Recht sagen, dass Obersdorf/Rödgen ein- wenn nicht der -Nabel der Fußballwelt ist? Im folgenden lesen Sie eine Zusammenfassung der wichtigsten Forschungsergebnisse

2. Das Alte Testament und die „Alten Herren“

Schon zwei Zitate aus der Bibel lassen vermuten, dass Obersdorfer Fußballer schon vor Christi Geburt bis in den Vorderen Orient bekannt waren. So lesen wir in Jesaja 53, 6: „Sie gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeglicher sah auf seinen Weg.“

Hier entdecken wir die ersten Ansätze eines von einer sehr offensiven Taktik geprägten Stils, auf den die AH bis zum heutigen Tage in jedem Training sehr viel Wert legen, und von Spielern wie Stefan Becker, Christoph Heide, Eric Petri und Philipp Lackhoff zur Perfektion gebracht wurde.

Auch von der ersten Trainerentlassung wird berichtet:

Psalm 107, 40: Er schüttete Verachtung auf die Fürsten (aus dem Hebräischen, bedeutet: Spieler) und ließ sie irren in der Wüste, da kein Weg ist.

Vermutlich ist hier ein direkter Vorfahre von „Lehns Erich“ gemeint, der dann später die Sportfreunde zu Meisterehren führte.

3. Archäologische Funde müssen neu interpretiert werden

3.1 1914 fanden Obersdorfer Bergleute  beim Schürfen ein altes, vorgeschichtliches Kriegergrab. Neben Tonscherben und einigen Knochenresten fand man unter anderem einen filigran gestalteten Gegenstand aus Bronze. Entgegen den bisherigen Forschungsergebnissen ergibt sich seit kurzem ein ganz anderes Bild. Beim Vergleich der Knochenreste ergab eine DNA-Analyse eine auffallende Übereinstimmung mit der DNA eines großen Obersdorfer Fußballers aus der Nachkriegszeit, Wolfgang Nies (allein das unauffällige Sammeln von Wolles Speichel war eine schwieriges Unterfangen, da er im Gegensatz zu heutigen modernen Fußballspielern nie spuckt). Aber nicht genug: Der Bronzegegenstand entpuppte sich nicht als Gürtelhaken, wie lange vermutet wurde, sondern als ein frühgeschichtlicher Siegerpokal (vermutlich aus der Bronzezeit um 1500 v. Chr.), anlässlich einer Gemeindemeisterschaft im bronzezeitlichen Wielandisdorf, der den Alten Herren von der damaligen Dorfvogtin Christiana Schupplinus überreicht wurde.

Fazit: Die heutigen AH setzen einen Siegeszug fort, der schon vor 3500 Jahren begonnen hat und Urobersdorfer Spieler wie Bernd „Küster“ Nies, B. „Nebos“ Grisse, H.-W. „Gamasche“ Weber und W. „Wolle Nies“ (alle aus dem „Klebbche“) halten oder hielten diese Tradition aufrecht. Hier sollte ein Name nicht vergessen werden: Olaf Withake. Zwar kein Urobersdorfer steht er aber doch in einer Reihe mit den eben Genannten, da er das hohe technische Niveau, die Gradlinigkeit im Spielaufbau und den „tödlichen Pass“ mit den „Klebbchern“ gemeinsam hat.

3.2 Im zweiten Jahrtausend v. Chr. wurde in China ein fußballähnliches Spiel namens Ts’uh-chüh („ts’uh“ = mit dem Fuß stoßen; „chüh“ = Ball) ausgetragen, das man als wichtigen  Vorläufer des modernen Fußballs nennen muss. Auf den Tonscherben des Grabfundes auf dem Rödgen fanden wir dem Chinesischen verwandte Schriftzeichen, die man frei mit „Scho a on zo“ (Schuhe an und zu!) übersetzen könnte. Dieser aus dem Militärischen stammenden Begriff wurde dem Obersdorfer Platt entnommen und stand stellvertretend für den Namen des damals neuen Sportes „Fußball“. Schuhe waren unbedingt nötig, da damals zum einen der Ball aus Lederstücken zusammengenäht und mit Federn und Tierhaaren ausgestopft war, die sehr wahrscheinlich vom Hofe Stangier zur Verfügung gestellt wurden. Zum anderen waren schon damals Obersdorfer Abwehrspieler so berüchtigt, dass man ohne Schuhe kaum ein Spiel gesund überstand. Auch diese Tradition hat sich bis heute erhalten, wie Spieler wie Volker „Opa“ Jarosch, Alfons „Ali“ Becker, Kalle „die Fliese“ Kallekowski und die heutigen Abwehrrecken Klaus „die Wurst“ Bräuer, Uwe „die Grätsche“ Kalcher und Gerd „Feng Shui“ Groß im Training beweisen.

4. Harold der Zigeunerkönig - ein begnadeter Mittelfeldspieler?

Auch die Geschichte Harolds des Zigeunerkönigs muss aufgrund neuer Erkenntnisse umgeschrieben werden. Harold war nicht, wie ursprünglich vermutet ein Spross aus dem Rittergeschlecht Kolbe, sondern ein zugewanderter Fußballer aus Holland, was wegen der engen Verbindung Hollands mit Nassau-Oraniens, also dem Siegerland, nicht unmöglich scheint. Wie aus der Familienchronik der alten Patrizierfamilie Zorko zu erfahren ist, war Harold Zorko das schwarze Schaf der Familie. Er wurde aus der Familie verbannt und versuchte, sein entgangenes Erbe mit einem Profifussballervertrag zu kompensieren. So wurde Zorko zum ersten Halbprofi der Obersdorfer „AH“, vermutlich als offensiver Mittelfeldspieler, wie ein Auszug aus der Haroldssage zeigt. Von seinem Ablösespiel wird berichtet:

 “ ……. Nun stand er inmitten des Platzes, der ganze Körper zitterte. Auch einige der holländischen Mannschaft rückten näher. Harold schaute sie mit glühendem Hass an. „Ihr Narren!“ rief er. Wohl könnt ihr höhnen und spotten; denn ihr seid daheim. Ich wandere heimatlos  einher, aber nicht schon mein ganzes  L eben, nein einst hatte ich eine Heimat,  in eurer Mitte! Eure Väter raubten sie mir, mich, den letzten der Zorkos! Ja, so taten eure Väter! Fluch über sie!“

 Damit nahm er den Ball und trat ihn in rasender Wut In den Torwinkel, dass er in viele Stücke zerbrach, dann stürmte er hinaus. Keiner wagte, ihm zu folgen. Aber sie gingen schweigend heim und erzählten, was sie vernommen. Harold kam erschöpft zu den Seinen zurück, die waren in Sorgen………

Seitdem pflegte er tagsüber den Sportplatz auf der Höh und trainierte abends mit den AH. Er blieb mit seiner Familie in Obersdorf und seine Nachfahren Klaus-Dieter und Lorenz sind heute noch Stützen des Vereins.

5. Die Simultankirche auf dem Rödgen

4.2 Zwei bekannte Relikte aus der Bronzezeit und dem Mittelalter beweisen eine weitere These: Die Obersdorf/Rödgener „AH“ lieben das gemütliche Beisammensein und das schon seit Jahrtausenden.

Bei Renovierungen in der Rödger Johanneskirche fand man unter alten Bodenfliesen einen in Leder gebundenen Schriftband, der sich als Protokollbuch der Sportfreunde Obersdorf/Rödgen aus den Jahren 1776 bis 1803 entpuppte. Nun ist es also gewiss: Die heutige Simultankirche war ursprünglich das spätmittelalterliche Sportheim des aufstrebenden Dorfvereins. Geld spielte damals keine Rolle. Das beweist das gewaltige Kirchenschiff mit den schönen Holzschnitzereien, die übrigens darauf schließen lassen, dass die ursprünglichen Vereinsfarben Hellblaugrau (im Unterschied zu einem nicht näher zu nennenden heutigen Vizemeisterverein) und Weis waren. Vielleicht sahen schon damals die Vorstandsleute einen großen Vorteil in der örtlichen Nähe ihres neuen Vereinsheims zu den Gaststätten (Bier) und Höfen (Fleisch) der Familie Stangier.

Im Protokoll zur Jahreshauptversammlung beschreibt der damalige Vereinsvorsitzende Klaus Krämer, „der Ältere“ eine weitere einmalige Veränderung. Im Jahr 1779 beschlossen die Sportfreunde, den geplanten links des Turmes befindlichen Anbau dem Turnverein Obersdorf als „Vereinsstube“ zur Verfügung zu stellen. Unter der Leitung des Vorsitzenden Egon Dreisbach, „Der Gütige“  entstand so das erste Simultanvereinsheim in Nassau-Oranien.

Erst später zur Zeit der Siegerländer Erweckungsbewegung wurde das Haus zur Kirche umgestaltet.

6. Weitere, noch nicht beendete Forschungsprojekte

6.1 Der Lateneofen und die AH

Auch der Obersdorfer Lateneofen spielt wahrscheinlich eine bedeutende Rolle in der Geschichte der AH Obersdorf. Unter der Leitung desHeimatvereinvorsitzenden Gerd Mühlhoff (auch früher Spieler bei SOR) fand man bei kürzlichen Reinigungsarbeiten eine alte, verrostete Fahrradpumpe, einen Sparkassenausweis mit der Nummer 0815 und ein blau-weißer VW-Schlüsselanhänger. Ohne den Untersuchungen vorzugreifen könnte es sich hierbei um Utensilien der AH-Spieler Bruno Oerter, Torsten Münker und Thomas Nies handeln. Dies würde belegen, dass der Lateneofen, nicht wie ursprünglich gedacht zur Erzgewinnung diente, sondern als erste AH-Grillanlage vor dem Bau des Sportplatzes auf der Höh für die Grillwurst nach dem Training verwendet wurde. Dies würde auch den Rest eines Preisetiketts mit der Aufschrift: “ Thomas Weller- Wurstwaren ”  erklären.

6.2 Die Grillhütte

Beim Bau des neuen Toilettenhäuschens an der Grillhütte entdeckten Arbeiter alte Lederbälle, die die Initialen S.P. tragen. Hier kann wahrscheinlich eine Verknüpfung mit dem Obersdorfer Ausnahmespieler Stefan „Glaser“ Pätzold hergestellt werden. (Siehe Festschrift zum 75-jährigen  Bestehen der SOR).

7. Fazit und Ausblick

 Es gibt noch viel zu tun in der Erforschung unsere Sportlervorfahren. Gerüchte, Anekdoten und Vermutungen müssen nach dem lateinischen Wahlspruch „quod erat demonstrandum“ („was bewiesen werden musste“) ausgewertet und verifiziert werden. Für jegliche Hilfen wäre ich sehr dankbar.

 

Burkhard Grisse